Hunsrück
| Der Hunsrück ist ein Mittelgebirge und mit dem Erbeskopf, der zugleich die Wasserscheide zwischen Nabe und Mosel bildet, bis zu 816 m hoch. Er ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges in Rheinland-Pfalz und liegt zu geringen Teilen auch im Saarland. |
| Geografie Das Zentrum des Hunsrücks bilden die Hunsrück Hochfläche und die Simmerner Mulde, im Nordwesten wird das Gebirge von der Mosel, im Osten vom Rhein eingegrenzt. Nach Süden grenzen der Binger Wald, der Soonwald sowie der Lützelsoon ab. Auch zählt man das Untere Naheland noch zum Hunsrück. Nach Südwesten schließen sich der Idarwald, der Hochwald sowie der Wildenburger Kopf an. Nach Westen begrenzen Osburger Hochwald, Schwarzwälder Hochwald sowie die Saar und die Ruwer, der Westrich bildet die südliche Verlängerung. Der Hunsrück hat geomorphologisch große Ähnlichkeiten mit der Eifel, dem Westerwald sowie dem Taunus. Diese Gebirge werden ebenfalls zum Rheinischen Schiefergebirge gezählt. Von Saarburg nach Koblenz verläuft die Hunsrück Höhenstraße. Früher durchzog die sogen. Ausoniusstraße den Hunsrück, die Trier mit Bingen verband. |
| Geologie Das heutige Mitteleuropa war vor 400 Mio. Jahren von einem tropischen Meer bedeckt. Während unendlich langer Zeiten lagerten sich auf dem Boden dieses Meeres mächtige Schichten von eingespülten Schlämmen und Sandmassen ab, deren Eigengewicht diese zu Gesteinen verfestigte. So wurde aus den Sandbänken Quarzit, der eingepresste Schlamm wurde zu Schiefer umgewandelt. Kontinentale Hebungen drängten das Meer zurück und wölbten die sogen. "Hunsrückinsel" des Devonzeitalters zu einem Gebirge auf. Danach setzte die Verwitterung ein und Hitze, Frost und Niederschläge präparierten die harten Quarzite aus den weicheren Tonschiefern der umliegenden Hochflächen heraus. Dadurch entstand das derzeitige Relief mit den quarzitenen Höhenzügen von Schwarzwälder und Osburger Hochwald, Idarwald, Soonwald und Binger Wald. Die Mittelgebirgslandschaft des Hunsrück lässt sich grob in die beiden nachstehenden Landschaftstypen einteilen:
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| Klima Das Klima ist im Hunsrück geprägt durch die Lage in der außertropischen Westwindzone. Auch hat der Golfstrom eine wärmende Funktion, er gewährleistet ein relativ mildes subozeanisches Klima. Dieses zeichnet sich durch verhältnismäßig milde Winter und kühle Sommer aus. Die Jahrestemperatur liegt im Durchschnitt bei 5 bis 7 °C, die Niederschlagswerte reichen von 700 bis 800 mm. |
| Flora und Fauna Trotz einer Teils intensiven landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Nutzung ist der Hunsrück eine Landschaft mit hoher Artenvielfalt, da viele Landschaftsteile durch ihre Beschaffenheit nur extensiv oder gar nicht bewirtschaftet werden können. Die Pflanzenwelt im Hunsrück ist überaus vielfältig, so gibt es beispielsweise im Soonwald über 850 Farn- und Blütenpflanzensippen. Die traditionellen Forstmonokulturen weichen, da sie v. a. durch Windwurf beschädigt sind, immer mehr artenreichen Mischwäldern. Im Hunsrück können auch vielerlei Vogelarten beobachtet werden, wie u. a. Spechte, Raub- und Singvögel, auch der seltene Schwarzstorch nistet in den Wäldern. Das Gebirge ist reich an Säugetierarten wie Reh-, Rot- und Schwarzwild, die intensiv bejagt werden. Vereinzelt zeigen sich Wildkatzen und die seltene Mopsfledermaus, Fuchs und Marder dagegen häufiger. Einen idealen Lebensraum haben Amphibien wie der Feuersalamander sowie Insekten in den zahlreichen Feuchtgebieten des Hunsrück. In Flächen mit Trockenrasen und Geröllhalden sind zahlreiche Reptilien wie die Blindschleiche beheimatet. |
| Tourismus Der Hunsrück ist touristisch weit weniger erschlossen als die angrenzende Mittelmosel und noch weitgehend unberührt. Trotzdem werden zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten und Speiselokale sowie Möglichkeiten der Freizeitgestaltung angeboten. Seit dem Jahr 2002 findet die Rallye Deutschland im Naturpark Saar-Hunsrück und Umgebung statt, die jährlich etwa 200.000 Zuschauer anlockt. Ein dichtes Wander- und Radwegenetz wurde zwischenzeitlich im Hunsrück erschlossen, wie u. a. der Schinderhannes Radweg zwischen Simmern und Emmelshausen. Im Hunsrück wurde überwiegend Schiefer bis in die 50er Jahre in großen Mengen abgebaut. Der Abbau wurde jedoch weitgehend eingestellt, da Hunsrücker Schiefer wegen preisgünstigeren Importen nicht mehr konkurrenzfähig ist. Die Schiefergrube in Bundenbach wurde zu einem Schaubergwerk umgebaut, wo im Rahmen von Führungen auch die tradierten Techniken des Schieferbrechens und -bearbeitens vorgeführt werden. |
| Wirtschaft Das Gebiet des Hunsrück gilt als strukturschwach, größere Industriebetriebe und Handwerksunternehmen sind die Ausnahme. Einige haben sich entlang der Hauptverkehrsachsen Autobahn A 61 und A 1 sowie der Bundesstraße B 50 und B 327 angesiedelt. Da der Abbau von Erz nicht sehr ergiebig war, wurden die letzten Erzbergwerke in der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts geschlossen. Bergbau spielt im Hunsrück nur noch eine untergeordnete Rolle, Untertageabbau findet nicht mehr statt. Einige mittelständische Steinbrüche liefern Quarzit und Basalt für die regionalen Baustellen. Nur noch 2 Unternehmen bauen heute Schiefer überirdisch ab. Auch die früher bedeutende Landwirtschaft, v. a. die Milchproduktion, verliert immer mehr an Bedeutung. Früher dominierte die Edelsteinindustrie den Hunsrück zwischen Idar-Oberstein und dem Idarwald, bis zum 19. Jahrhundert wurden noch Achate abgebaut. Später wurden fast nur importierte Rohsteine geschliffen. Heute werden lediglich noch hochwertige Schmucksteine in kleineren Manufakturen weiterverarbeitet. Weiterhin ist die Region in Europa Schwerpunkt für den Import und Vertrieb von Edelsteinprodukten, die im Ausland hergestellt werden. Nur noch wenige kleine Sägewerke verarbeiten heimisches Holz. Bis um etwa 1990 war das Militär ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, v. a. wurden Zivilarbeitsplätze angeboten. Nach dem kalten Krieg wurden die größten Militäreinrichtungen schnell geschlossen sowie Waffen und Soldaten abgezogen. Gleichzeitig verschwanden zivile Arbeitsplätze bei den Militäreinrichtungen. Die Kommunen versuchen, die früheren Militärimmobilien als Konversionsflächen überwiegend gewerblich zu nutzen. Das größte Konversionsprojekt im zentralen Hunsrück ist der Flughafen Frankfurt-Hahn, die frühere Nato US Airbase Hahn. Auch der Mietwohnungsmarkt basierte lange Zeit auf Vermietungen an Angehörige der US-Streitkräfte. Nach deren Abzug wurden die Wohnungen größtenteils an Spätaussiedler der früheren Sowjetunion vermietet. |
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