Goethe, Johann Wolfgang von
Alle Gesetze sind von Alten und Männern gemacht Junge und Weiber wollen die Ausnahme, Alte die Regel
Alle Märchen, sobald sie erzählt sind, haben den Reiz nicht mehr, als wenn man sie nur dunkel und halb weiß
Alle Schuld rächt sich auf Erden
Alle üble Nachrede hat ihren Grund vorzüglich im Neide, weshalb denn Leute mit fehlgeschlagenen Hoffnungen mehr zum Räsonieren und Skandalisieren aufgelegt sind als Leute, denen es wohl geht
Allein der Vortrag macht des Redners Glück
Alles Gescheite ist schon gedacht worden; man muß nur versuchen, es noch einmal zu denken
Alles in der Welt läßt sich ertragen, / Nur nicht eine Reihe von schönen Tagen
Alles ist aus dem Wasser entsprungen! / Alles wird durch das Wasser erhalten! / Ozean, gönn uns dein ewiges Walten
Alles ist Dressur
Alles ist Metamorphose im Leben, bei den Pflanzen und bei den Tieren, bis zum Menschen und bei diesem auch
Alles Vollkommene in seiner Art muß über seine Art hinausgehen, es muß etwas anderes, Unvergleichbares werden
Alt wird man wohl, wer aber klug?
Alter: stufenweises Zurücktreten aus der Erscheinung
Am Abend schätzt man erst das Haus
Am Ende ist das Geld doch das Zeichen aller Notwendigkeiten und Bequemlichkeiten des Lebens
Am jüngsten Tag, wenn die Posaunen schallen / Und alles aus ist mit dem Erdeleben, / Sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben / Von jedem Wort, das unnütz uns entfallen
Amerika, du hast es besser / Als unser Kontinent, das alte
Amor bleibet ein Schalk, und wer ihm vertraut, ist betrogen!
An diesen Ort knüpft sich die ganze Geschichte der Welt an, und ich zähle einen zweites Geburtstag, eine wahre Wiedergeburt, von dem Tage, da ich Rom betrat
Aristophanes der ungezogene Liebling der Grazien
Arm am Beutel, krank am Herzen, / Schleppt ich meine langen Tage / Armut ist die größte Plage, / Reichtum ist das höchste Gut!
Astronomen seid ihr und kennet viele Gestirne, / Aber der Horizont decket manch Sternbild euch zu
Auch auf Parteien, wie sie heißen, / Ist heutzutage kein Verlaß
Auch ich in Arkadien!
Aufmunterung nach dem Tadel, ist Sonne nach dem Regen, fruchtbares Gedeihen
Aufrichtig währt am längsten und wirkt am sichersten
Aus dem Häßlichen läßt sich viel machen, aus dem Schönen nichts
Aus den Ärzten ist nichts zu bringen. Man weiß niemals, ob sie etwas geheimhalten, oder ob sie selbst nicht wissen, woran sie sind
Bedenke wohl die erste Zeile, / Daß deine Feder sich nicht übereile!
Bei jedem Kunstwerk, groß oder klein, bis ins kleinste, kommt alles auf die Konzeption an
Bei jedem Tritte in Rom stößt man auf Gegenstände, die zu ernsten und angenehmen Betrachtungen Anlaß geben
Beim Himmel, dieses Kind ist schön!
Bemalung und Punktierung der Körper ist eine Rückkehr zur Tierheit
Bilde, Künstler! rede nicht!
Bist du beschränkt, daß neues Wort dich stört? / Willst du nur hören, was du schon gehört?
Blumen sind die schönen Worte und Hieroglyphen der Natur, mit denen sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat
Blut ist ein ganz besondrer Saft
Da steh ich nun, ich armer Tor! / Und bin so klug als wie zuvor
Damit sich in der Astronomey / Ein jeder hüt war zusagen frey / Dann der mit seiner Kunst ist schnell / Ins Himmels lauff / kompt in vngfell
Das also war des Pudels Kern!
Das Alter hört sich gern, / Und wenn es auch nicht viel zu sagen hat
Das Alter macht nicht kindisch, wie man spricht, / Es findet uns nur noch als wahre Kinder
Das bedeutendste Ereignis, was die wichtigsten Folgen für mich haben sollte, war die Bekanntschaft und die daran sich knüpfende nähere Verbindung mit Herder
Das Besondere unterliegt ewig dem Allgemeinern; das Allgemeine hat ewig sich dem Besondern zu fügen
Das Bild allein ist eine Welt, eine ganze volle Künstlerwelt und müßte seinen Schöpfer, hätte er auch nichts als dies gemalt, allein unsterblich machen
Das erste von der Bühne herab ist Verständlichkeit; daher ist die vollständige Aussprache jeder Silbe, um so mehr jedes erforderlichen Wortes nötig
Das Ewig-Weibliche / Zieht uns hinan
Das Gefühl eigner Anmut macht anmutig
Das Gesetz nur kann uns Freiheit geben
Das Gleiche läßt uns in Ruhe, aber der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht
Das Griechenvolk, es taugte nie recht viel!
Das Höchste, wozu der Mensch gelangen kann, ist das Erstaunen
Das ist der Weisheit letzter Schluß: / Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, / Der täglich sie erobern muß
Das Kopernikanische System beruht auf einer Idee, die schwer zu fassen war und noch täglich unseren Sinnen widerspricht. Wir sagen nur nach, was wir nicht erkennen noch begreifen
Das Land der Griechen mit der Seele suchend
Das Land, das die Fremden nicht beschützt, ist zum Untergang verurteilt
Das Leben gehört dem Lebendigen an, und wer lebt, muss auf Wechsel gefasst sein
Das Leben läßt sich ohne Heiterkeit nicht denken
Das mächtigste Hirngespinst ist die öffentliche Meinung: Niemand weiß genau, wer sie macht, niemand hat sie je persönlich kennengelernt, aber alle lassen sich von ihr tyrannisieren!
Das Märchen vom Turm zu Babel an den Ufern des Rheins verwirklicht
Das Nibelungenlied kann sich, nach meiner Einsicht, dem Stoff und Gehalte nach, neben alles hinstellen, was wir poetisch Vorzügliches besitzen
Das Rauchen macht dumm es macht unfähig zum Denken und Dichten
Das schöne Wetter hilft zu allem
Das schönste Glück des denkenden Menschen ist, das Erforschliche erforscht zu haben und das Unerforschliche zu verehren
Das Völkchen besitzt viel Selbstvertrauen, ist mit Witz und Ironie gesegnet und nicht sparsam mit diesen Gaben
Das wahre Glück / Ist die Genügsamkeit, / Und die Genügsamkeit / Hat überall genug
Das Wahre, Gute und Vortreffliche ist einfach und sich immer gleich, wie es auch erscheine
Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind
Daß die Handschrift des Menschen Bezug auf dessen Sinnesweise und Charakter habe ist wohl kein Zweifel
Daß ich nur die Hälfte Wein trinke, ist mir sehr nützlich, seit ich den Kaffee gelassen, die heilsamste Diät
Daß man den farbigen Edelsteinen Heilkräfte zuschrieb, mag aus dem tiefen Gefühl dieses unaussprechlichen Behagens (an den Farben, die Red) entstanden sein
Daß wer sich nur selbst spielen kann, kein Schauspieler ist
Dem Hunde, wenn er gut gezogen, / Wird selbst ein weiser Mann gewogen
Dem schönen Land des Weins und der Gesänge
Den Arzt, der jede Pflanze nennt, / Die Wurzeln bis ins Tiefste kennt, / Dem Kranken Heil, dem Wunden Lindrung schafft, / Umarm ich hier in Geist- und Körperkraft!
Denn alles, was entsteht, / Ist wert, daß es zugrunde geht
Denn auf Mischung kommt es an
Denn bei dem Volk, wie bei den Frauen, / Steht immerfort die Jugend oben an
Denn die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen
Denn es muß von Herzen gehen, / Was auf Herzen wirken soll
Denn ich bin von diesen Glasaugen, hinter denen man die natürlichen aufsuchen muß, ein großer Feind
Denn mit dem Publikum fährst du am besten, wenn du tust, als wenn keins da wäre
Denn was wäre die Welt ohne Kunst?
Denn wer nachts arbeitete, / Genieße, wenn die andern früh zur Mühe gehn
Denn wer sich grün macht, den fressen die Ziegen
Denn wie andere Anstrengungen den Leib ermüden, so verleiht ihm diese eine immer neue Schwungkraft
Denn, was man schwarz auf weiß besitzt, / Kann man getrost nach Hause tragen
Der Aberglaube gehört zum Wesen des Menschen und flüchtet sich, wenn man ihn ganz und gar zu verdrängen denkt, in die wunderlichsten Ecken und Winkel
Der Achse wird mancher Stoß versetzt, / Sie rührt sich nicht - und bricht zuletzt
Der Augenblick der Pubertät ist für beide Geschlechter der Augenblick, in welchem die Gestalt der höchsten Schönheit fähig ist aber man darf wohl sagen: es ist nur ein Augenblick
Der Ausgang gibt den Taten ihre Titel
Der Ausspruch "Er soll dein Herr sein" ist die Formel einer babarischen Zeit, die lange vorüber ist
Der Deutsche soll alle Sprachen lernen, damit ihm zu Hause kein Fremder unbequem, er aber in der Fremde überall zu Hause sei
Der Frühling webt schon in den Birken, / Und selbst die Fichte fühlt ihn schon / Sollt er nicht auch auf unsre Glieder wirken?
Der getreue Eckard ist mir von großer Beihülfe
Der Glaube ist nicht der Anfang, sondern das Ende alles Wissens
Der Haß ist ein aktives Mißvergnügen, der Neid ein passives deshalb darf man sich nicht wundern, wenn der Neid so schnell in Haß übergeht
Der Hauptpunkt der ganzen weiblichen Existenz ist die Gebärmutter
Der Jäger war der freieste von allen; aus ihm entwickelte sich der Krieger und der Herrscher
Der liebt nicht, der die Fehler des Geliebten nicht für Tugenden hält
Der Mensch muß bei dem Glauben verharren, daß das Unbegreifliche begreiflich sei er würde sonst nicht forschen
Der Patriotismus verdirbt die Geschichte
Der Rost macht erst die Münze wert
Der Säbel ist gut anzusehen, aber seine Wirkungen sind unangenehm
Der Schnee ist eine erlogene Reinlichkeit
Der Schönheit wie der Neigung Wert verliert sich bald, / Allein der Wert des Goldes bleibt
Der Sinn für Musik und Gesang und ihre Ausübung ist in keinem Lande verbreitet wie in Deutschland, und das ist auch etwas!
Der Undank ist immer eine Art Schwäche Ich habe nie gesehen, daß tüchtige Menschen undankbar gewesen wären
Der Worte sind genug gewechselt, / Laßt mich auch endlich Taten sehn!
Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst
Des Menschen Seele / Gleicht dem Wasser: / Vom Himmel kommt es, / Zum Himmel steigt es, / Und wieder nieder / Zur Erde muß es, / Ewig wechselnd
Dich hat die Hand der Venus berührt; sie deutet dir leise, / Daß sie das Körperchen bald, ach! unaufhaltsam verstellt / Bald verdirbt sie die schlanke Gestalt, die zierlichen Brüstchen
Die Abwesenden sind wie die Toten fern und ohne Gewalt, deswegen man auch Gutes von ihnen reden soll
Die Buchhändler sind alle des Teufels, für sie muß es eine eigene Hölle geben
Die frische Luft des freien Feldes ist der eigentliche Ort, wo wir hingehören es ist, als ob der Geist Gottes dort den Menschen unmittelbar anwehte
Die Germanen brachten uns die Idee der persönlichen Freiheit, welche diesem Volke vor allem eigen war
Die ich rief, die Geister, / Werd ich nun nicht los
Die Katze weiß wohl, wem sie den Bart leckt
Die Konsequenz der Natur tröstet schön über die Inkonsequenz der Menschen
Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen
Die lieben Deutschen kenn ich schon; erst schweigen sie, dann mäkeln sie
Die Natur ist doch das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Gehalt bietet
Die Raucher verpesten die Luft weit und breit und ersticken jeden honetten Menschen, der nicht zu seiner Verteidigung zu rauchen vermag
Die Sterne, die begehrt man nicht
Die Tat ist alles, nichts der Ruhm
Die Taubenpost bedient den Frieden, / Der Krieg befiehlt die Rabenpost
Die Tinte macht uns wohl gelehrt, / Doch ärgert sie, wo sie nicht hingehört / Geschrieben Wort ist Perlen gleich / Ein Tintenklecks ein böser Streich
Die Vernunft ist grausam, das Herz ist besser
Die Welt ist eine Glocke, die einen Riß hat: sie klappert, aber sie klingt nicht
Dies Spiel ist ein Probierstein des Gehirns
Diese Nation (Griechenland) hat verstanden, aus tausend Rosen ein Fläschchen Rösenöl auszuziehen
Du glaubst zu schieben, und du wirst geschoben
Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächerlich finden
Edel sei der Mensch, / Hülfreich und gut!
Eigentlich weiß man nur, wenn man wenig weiß mit dem Wissen wächst der Zweifel
Ein Baum, dessen Zweige von unten bis oben, die ältesten wie die jüngsten, gen Himmel streben, der seine dreihundert Jahre dauert, ist wohl der Verehrung wert
Ein Fehltritt stürzt vom Gipfel dich herab
Ein garstig Lied! Pfui! ein politisch Lied
Ein lustiger Gefährte ist ein Rollwagen auf der Wanderschaft
Ein Mädchen und ein Gläschen Wein / Kurieren alle Not / Und wer nicht trinkt und wer nicht küßt, / Der ist so gut wie tot
Ein Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande!
Ein solch Papier, an Gold und Perlen Statt, / Ist so bequem, man weiß doch, was man hat
Ein Veilchen auf der Wiese stand / Gebückt in sich und unbekannt
Eine Ehe sollte nur alsdann für unauflöslich gehalten werden, wenn entweder beide Teile oder wenigstens der eine Teil zum dritten Mal verheiratet wäre
Eine Opposition, die keine Grenzen hat, wird platt
Eine Welt zwar bist du, o Rom; doch ohne die Liebe / Wäre die Welt nicht die Welt, wäre denn Rom auch nicht Rom
Einer neuen Wahrheit ist nichts schädlicher als ein alter Irrtum
Er aber, sag's ihm, er kann mich
Erfahrung bleibt des Lebens Meisterin
Erfahrung ist fast immer eine Parodie auf die Idee
Erlaubt ist, was gefällt
Es bleibt einem jeden immer noch soviel Kraft, das auszuführen, wovon er überzeugt ist
Es flattert um die Quelle / Die wechselnde Libelle, / Mich freut sie lange schon
Es fürchte die Götter / Das Menschengeschlecht! / Sie halten die Herrschaft / In ewigen Händen, / Und können sie brauchen, / Wie's ihnen gefällt
Es gibt auch Afterkünstler: Dilettanten und Spekulanten; jene treiben die Kunst um des Vergnügens, diese um des Nutzen willen
Es gibt viele Menschen, die sich einbilden, was sie erfahren, verstünden sie auch
Es hört doch jeder nur, was er versteht
Es irrt der Mensch, so lang er strebt
Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden. Es ist nicht genug, zu wollen, man muß auch tun
Es ist nicht gut, daß der Mensch alleine sei und besonders nicht, daß er alleine arbeite; vielmehr bedarf er der Teilnahme und Anregung, wenn etwas
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